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Hermes auf dem Raspberry Pi betreiben und vom Laptop per Remote-Gateway steuern

Hermes ist ein lokaler Agenten-Stack, der sich sowohl auf kleinen Einplatinenrechnern als auch auf Desktop-PCs nutzen lässt. Eine sinnvolle Arbeitsweise ist, das eigentliche Hermes‑Backend dauerhaft auf einem Raspberry Pi laufen zu lassen und von einem Laptop über Hermes Desktop per Remote‑Gateway darauf zuzugreifen. So bleibt das Pi‑System immer verfügbar für geplante Jobs, während der Laptop nur als Bedienoberfläche dient. Nachfolgend die wichtigsten Schritte und Hinweise für die Einrichtung.

Warum Raspberry Pi als Always‑On‑Backend?

Ein Raspberry Pi eignet sich als „always‑on“-Knoten: geringe Leistungsaufnahme, Platz für Agenten, Speicher, Jobs und Werkzeuge. Durch das Auslagern des Backends bleiben die Agenten vom primären Laptop getrennt — das erhöht die Kontrolle über lokale Systemzugriffe und ermöglicht geplante oder lang laufende Abläufe, auch wenn der Laptop ausgeschaltet ist.

Vorbereitungen: Umgebungsvariablen für Authentifizierung

Hermes verwendet Basic‑Auth‑Zugangsdaten für das Dashboard bzw. die Verbindung vom Desktop. Legen Sie im Hermes‑Konfigurationsverzeichnis auf dem Raspberry Pi (~/.hermes/.env) mindestens diese drei Einträge an:

HERMES_DASHBOARD_BASIC_AUTH_USERNAME=admin
HERMES_DASHBOARD_BASIC_AUTH_PASSWORD=YOUR_STRONG_PASSWORD
HERMES_DASHBOARD_BASIC_AUTH_SECRET=YOUR_RANDOM_SECRET

Ersetzen Sie YOUR_STRONG_PASSWORD und YOUR_RANDOM_SECRET durch sichere Werte. Das Secret sollte zufällig und lang genug sein; ein Passwortgenerator oder Schlüsselwerkzeug hilft dabei. Diese Zugangsdaten benötigt später Hermes Desktop, um sich mit dem Pi‑Backend zu verbinden.

Backend starten: hermes serve

Auf dem Raspberry Pi startet das Backend mit dem Befehl:

hermes serve --host 0.0.0.0 --port 9119

Dieser Prozess ist ein headless Backend; er stellt keine Browser‑UI bereit. Hermes Desktop kommuniziert mit diesem Dienst über HTTP(S) auf dem angegebenen Port. Solange der Prozess läuft, kann Hermes Desktop verbinden und die auf dem Pi verwalteten Agenten, Jobs, Memory‑Daten und Tools benutzen.

Prüfen Sie lokal auf dem Pi, dass auf Port 9119 ein Listener aktiv ist (z. B. mit ss oder netstat), bevor Sie versuchen, sich vom Laptop zu verbinden.

Hermes Desktop installieren

Hermes bietet ein offizielles Installationsskript für die Desktop‑Komponente. Auf dem Laptop genügt der folgende, vom Projekt bereitgestellte Einzeiler:

curl -fsSL https://hermes-agent.nousresearch.com/install.sh | bash

Während der Installation werden Konfigurationsoptionen angeboten, etwa die Auswahl eines Terminal‑Backends (lokal, Docker, SSH etc.). Diese Auswahl betrifft, wie Hermes Shell‑Zugriffe auf Zielsysteme ausführt, ist aber unabhängig von der Remote‑Gateway‑Konfiguration, die später die Verbindung zum Raspberry Pi herstellt. Für das vorgestellte Setup kann die Standardeinstellung beibehalten werden.

Remote‑Gateway in Hermes Desktop einrichten

Starten Sie Hermes Desktop und öffnen Sie die Einstellungen. Unter dem Punkt „Gateway“ wählen Sie die Remote‑Gateway‑Option und tragen als Remote‑URL die IP‑Adresse (oder den Hostnamen) des Raspberry Pi mit dem Port ein, z. B.:

http://raspberrypi.local:9119

Nach dem Speichern verbindet sich Hermes Desktop mit dem entfernten Backend. Die Desktop‑App agiert dann als Bedienoberfläche für den Hermes‑Server auf dem Pi; Modellauswahl oder andere serverseitige Einstellungen werden dabei vom Backend übernommen, sofern Desktop keine lokale Modellkonfiguration überschreibt.

Daemonisierung: Hermes als systemd‑Dienst

Damit Hermes auf dem Pi automatisch beim Systemstart läuft und nicht jedes Mal manuell gestartet werden muss, empfiehlt sich ein systemd‑Service. Legen Sie eine Datei wie /etc/systemd/system/hermes-server.service an und definieren Sie dort die wichtigsten Unit‑Eigenschaften: Abhängigkeit vom Netzwerk, Benutzer unter dem der Dienst laufen soll (z. B. pi), Pfad zur Environment‑Datei (~/.hermes/.env) und den ExecStart‑Befehl, der hermes serve mit Host und Port ausführt. Achten Sie darauf, den Pfad zum Hermes‑Binary korrekt anzugeben (z. B. /home/pi/.local/bin/hermes).

Nach dem Anlegen der Service‑Datei laden Sie systemd neu und aktivieren den Dienst sofort:

sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now hermes-server
sudo systemctl status hermes-server

Mit dieser Konfiguration startet das Hermes‑Backend automatisch bei jedem Boot und bleibt nach Abstürzen dank Restart‑Optionen wieder aktiv.

Sicherheits‑ und Netzwerkhinweise

  • Schützen Sie die im .env definierten Basic‑Auth‑Zugangsdaten. Verwenden Sie starke Passwörter und ein zufälliges Secret.
  • Wenn Sie das Backend nur im lokalen Netzwerk nutzen wollen, ist es ausreichend, den Port intern freizugeben. Öffnen Sie Ports im Router nur, wenn Sie Remote‑Zugriff über das Internet benötigen und sichern Sie die Verbindung (z. B. mit einem SSH‑Tunnel oder VPN).
  • Hermes Desktop verbindet sich als Client mit dem Backend; achten Sie darauf, dass das Backend keine unnötigen Systemrechte erhält. Auf dem Pi sollten nur die notwendigen Verzeichnisse und Nutzerberechtigungen gesetzt sein.

Praxisfazit

Die Kombination aus einem immer laufenden Hermes‑Backend auf dem Raspberry Pi und Hermes Desktop auf dem Laptop bietet eine flexible und praktikable Lösung für lokale KI‑Agenten‑Workflows. Sie trennt Ausführung und Bedienung, ermöglicht geplante Aufgaben und reduziert die Risiken, die entstehen, wenn Agenten direkt auf einem primären Arbeitsrechner laufen. Die Einrichtung ist technisch überschaubar: .env‑Konfiguration, hermes serve‑Start, Desktop‑Installation und optional systemd‑Automatisierung reichen aus, um in wenigen Schritten produktiv zu arbeiten.

Wenn Sie tiefer einsteigen, lohnt sich das Testen von Netzwerk‑Szenarien (lokal vs. extern), das Absichern des Zugangs und das Anpassen von Nutzerrechten auf dem Pi. Hermes bleibt dabei die Schnittstelle zwischen lokalen Modellen, Tools und den Agenten, während der Laptop vor allem die Steuerung und Interaktion übernimmt.

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