Wenn Sie Ihren Ubuntu‑Desktop gern mit lockeren Widgets und Fotos füllen, bietet die GNOME‑Shell‑Erweiterung Picture Desktop Widget Remake eine einfache Möglichkeit, mehrere Bilderrahmen auf dem Desktop zu platzieren. Die Erweiterung ist ein Fork eines früheren Desktop‑Foto‑Widgets und erweitert dieses um individuell konfigurierbare Bildfelder, die jeweils zufällig aus einem zugewiesenen Ordner geladen werden.
Was die Erweiterung bietet
Im Kern ermöglicht Picture Desktop Widget Remake das Anlegen mehrerer separater Foto‑Widgets auf dem GNOME‑Desktop. Für jedes dieser Widgets lassen sich folgende Einstellungen individuell festlegen:
- Quellordner, aus dem die Bilder zufällig ausgewählt werden
- Größe und Position des Rahmens
- Eckenradius (border radius)
- Seitenverhältnis
- Ein‑/Ausschalten des einzelnen Widgets über die Einstellungen, sodass ein Rahmen verborgen, aber nicht gelöscht werden kann
Diese Optionen bieten deutlich mehr Flexibilität als die ursprünglich etwas rudimentäre Version der Fotoerweiterung.
Wie gut funktioniert das in der Praxis?
Die Erweiterung erfüllt ihren Zweck und lässt sich schnell einrichten. Allerdings treten beim Einsatz einige praktische Einschränkungen auf, die das Nutzungserlebnis dämpfen können.
Gemeinsame Bildanzeige nach Änderungen
Beim Anlegen oder Bearbeiten eines neuen Widgets kam es wiederholt vor, dass mehrere vorhandene Widgets dasselbe Bild zeigten, obwohl unterschiedliche Quellordner zugewiesen waren. In den getesteten Fällen ließ sich das nur dadurch beheben, dass die gesamte Erweiterung kurz deaktiviert und wieder aktiviert wurde. Das ist nervig, wenn man mehrere Widgets mit unterschiedlichen Bildpools betreibt.
Keine festen Einzelbilder und kein Refresh‑Stop
Es gibt keine Option, ein Widget auf ein einzelnes, festes Bild zu setzen oder die automatische Aktualisierung komplett zu deaktivieren. Für Anwender, die ein statisches Foto an einer bestimmten Position behalten möchten, ist das eine Einschränkung.
Ungenaue Bildanpassung
Beim Verändern des Seitenverhältnisses gibt es keine Steuerung darüber, wie das Bild innerhalb des Rahmens beschnitten oder skaliert wird. Das führt bei hohen oder sehr breiten Rahmenarten mitunter zu unglücklichem Bildausschnitt.
Keine Drag‑&‑Drop‑Positionierung
Die wohl größte Bedienunfreundlichkeit ist, dass die Foto‑Widgets nicht per Maus auf dem Desktop verschoben werden können. Selbst wenn Ubuntus DING (Desktop Icons NG) deaktiviert ist, gelingt kein Drag‑&‑Drop: die Position muss manuell über die Einstellungswerte gesetzt werden. Das schränkt das schnelle Arrangieren mehrerer Rahmen deutlich ein.
Leistung und Stabilität
Beim Autor der Originalmeldung wurden keine auffälligen Speicheranstiege beobachtet. Allerdings ist es unter GNOME nicht ohne Weiteres möglich, den Ressourcenverbrauch einzelner Shell‑Erweiterungen exakt zu messen, sodass belastbare Aussagen zur Speicherauswirkung einzelner Widgets schwerfallen. Insgesamt arbeitet die Erweiterung weitgehend stabil, die genannten Funktionsmängel betreffen eher Komfort und Bedienung als Abstürze.
Kompatibilität und Bezug
Picture Desktop Widget Remake läuft mit GNOME 46 bis GNOME 50, das entspricht offiziellen Ubuntu‑Releases von 24.04 bis 26.04. Die Erweiterung ist über die GNOME Extensions Webseite verfügbar; der Quellcode liegt ebenfalls auf GitHub zum Einsehen und Mitgestalten bereit.
Alternative Widgets und Ergänzungen
Wer seinen Desktop mit weiteren Mini‑Anzeigen ausstatten möchte, findet im GNOME‑Extension‑Ökosystem noch andere Optionen. Beispielsweise bietet die anpassbare Desktop Clock‑Erweiterung neben einer Uhr auch Text‑, Bild‑, Wetter‑ und Kommandoausgabe‑Widgets an. Je nach Anforderung kann sich damit eine kombinierte Lösung aus Uhr, Informationsfeldern und Fotorahmen ergeben.
Fazit
Picture Desktop Widget Remake ist ein pragmatisches Tool für Anwender, die ihren GNOME‑Desktop mit mehreren, individuell konfigurierbaren Fotoframes beleben wollen. Die Funktionalität, pro Widget einen eigenen Bildordner zu verwenden und Größe, Radius sowie Seitenverhältnis einzustellen, bringt klaren Mehrwert gegenüber einfacheren Foto‑Erweiterungen.
Die Bedienung ist allerdings noch nicht ausgereift: fehlende Drag‑&‑Drop‑Positionierung, Probleme beim Aktualisieren unterschiedlicher Widgets und fehlende Optionen für statische Bilder oder Bild‑Fitting schränken den Komfort ein. Wer damit leben kann, erhält eine einfache Möglichkeit zur Desktop‑Personalisierung; Nutzer mit sehr hohen Ansprüchen an Bildplatzierung und -kontrolle sollten auf Weiterentwicklungen oder alternative Lösungen achten.
Installation und Quelle: GNOME Extensions oder GitHub (siehe Projektseite für Details und aktuelle Versionen).