Systemmonitor „Resources“: Beta 51 bringt NPU‑ und PowerPC‑Sensordaten sowie neue Speicheroptionen

4 Min. Lesezeit

Lead: Die jüngste Beta von Resources (Version 51) liefert erweiterte Sensor‑ und Nutzungsdaten: Neben Auslastung, Leistung und Leistungsverbrauch für AMD‑NPUs liest das Tool jetzt auch Temperaturwerte von Power‑Prozessoren aus. Weitere Änderungen betreffen die Anzeige, neue Optionen zur Speicherberechnung sowie Zuverlässigkeits‑ und Zugänglichkeitsverbesserungen.

Was ist Resources und warum ist die Beta relevant?

Resources ist der neue GNOME‑Systemmonitor, den Ubuntu 26.04 LTS standardmäßig ausliefert. Das Projekt befindet sich aktuell im GNOME Incubator; Ziel ist die schrittweise Aufwertung und Integration in die Core‑Apps. Die Version 51 liegt derzeit als Beta vor und bringt Funktionen, die für Nutzerinnen und Nutzer mit moderner Hardware interessant sind – insbesondere für Systeme mit integrierter KI‑Beschleunigung oder Power‑Architektur.

AMD NPU: Metriken für Ryzen AI und Ryzen‑Serie

Für Rechner mit AMD‑Neural Processing Units stellt Resources v51 erweiterte Metriken bereit. Konkret werden Ryzen 7040, 8040 sowie die Ryzen AI 300‑/400‑Serien unterstützt. Die angezeigten Werte umfassen Auslastung, Leistungsaufnahme und Performance‑Kennzahlen der On‑Chip‑NPU. Das ist praktisch, um nachzuvollziehen, ob lokale KI‑Workloads tatsächlich die NPU nutzen oder stattdessen die CPU belasten.

PowerPC‑Temperaturen: ibmpowernv als Quelle

Eine weitere Neuerung betrifft Temperaturmessungen auf Systemen mit Power‑CPUs. Resources greift hierzu auf den Kernel‑Treiber ibmpowernv im hwmon‑Subsystem zurück und kann damit Temperaturdaten für POWER8 und neuere Chips auslesen. Das gilt nicht für sehr alte PowerPC‑Prozessoren, sondern für die moderneren POWER‑Reihen.

Auch wenn Power‑Architektur nur eine Nische adressiert, gibt es aktive Linux‑Plattformen: Händler wie Raptor Computing bieten beispielsweise Rechner mit POWER9 (Modelle wie Talos II oder Blackbird) an, und IBM liefert weiterhin POWER‑Server. Die Möglichkeit, entsprechende Sensordaten anzuzeigen, ist für Betreiber solcher Systeme ein sinnvolles Zusatzfeature.

Bedienung, UI‑Änderungen und Barrierefreiheit

Die Beta bringt mehrere kleinere, aber spürbare Änderungen an der Oberfläche. Die Seitenleiste wurde „platzsparender“ gestaltet: Beschreibungen von Hardwarekomponenten erscheinen nun nur noch, wenn es mehrere Instanzen eines Gerätetyps gibt. Auf den Übersichtsseiten werden Nutzungszahlen direkt über den Grafiken angezeigt, anstatt getrennt darunter gelistet zu sein.

Außerdem wurden Erkennungsroutinen für Steam‑Spiele und Snap‑Anwendungen verbessert, was zu verlässlicheren Einträgen in der Prozess‑/Anwendungsansicht führen soll. Accessibility‑Funktionen wurden ebenfalls weiter ausgebaut, und als Komfortkürzel wurde eine F9‑Taste eingeführt, die die Seitenleiste umschaltet.

Warum die UI‑Änderungen nützlich sind

Die kompaktere Sidebar hilft insbesondere Nutzern mit vielen angeschlossenen Geräten, schneller die relevanten Einträge zu finden. Die Überlagerung von Zahlen auf Diagrammen reduziert Blickwechsel und macht Trends auf einen Blick sichtbarer. Verbesserte App‑Erkennung erleichtert das Auffinden von Spielen oder snapspezifischen Prozessen.

Neue Speicher‑Metriken: mehrere Berechnungsmethoden auswählbar

Ein bedeutendes Feature der Beta 51 sind neue Konfigurationsoptionen für die Art, wie Arbeitsspeicher berechnet wird. Über dconf lässt sich der Schlüssel /org/gnome/Resources/memory-metric setzen und zwischen mehreren Modi wählen:

  • RssNoSharedMemory (Standard): Ignoriert den mit anderen Prozessen geteilten Speicher.
  • VmSize: Meldet die insgesamt reservierte virtuelle Speichergröße eines Prozesses.
  • Rss: Gibt den residenten (tatsächlich in RAM befindlichen) Speicher aus.
  • RssAnon: Zeigt nur privaten anonymen RSS, also ohne geteilte oder dateibasierte Bereiche.
  • ApproximatePss: Liefert eine schnellere, weniger präzise Annäherung an PSS.
  • Pss: Verteilt geteilten Speicher anteilig auf die Prozesse, die ihn nutzen, sodass sich Summen plausibel addieren.

Die Wahl der Metrik beeinflusst stark, wie Prozesse in der Übersicht gewichtet werden. PSS ist oft am aussagekräftigsten, wenn man wissen möchte, wie viel Speicher ein Prozess tatsächlich „verbraucht“, da geteilte Bereiche proportional verteilt werden. ApproximatePss ist ein Kompromiss, falls die Performance des Monitors Priorität hat.

Verfügbarkeit, Testen und Hinweise

Resources 51 ist aktuell als Beta verfügbar. Wer testen möchte, kann das über das GNOME Nightly Flatpak‑Repository tun und die Flatpak‑Variante installieren. Da es sich um Vorabsoftware handelt, gelten die üblichen Warnungen: Stabile Produktionsumgebungen sollten nicht ungeprüft umgestellt werden, und Fehler gehören dokumentiert.

Die Entwicklerinnen und Entwickler bitten Tester darum, etwaige Probleme zu melden und Feedback zu geben – zum Beispiel bei fehlerhaften Sensorwerten, falschen App‑Erkennungen oder Inkonsistenzen bei den neuen Speicherberechnungen.

Fazit

Die Beta 51 von Resources ist ein solider Schritt Richtung eines moderneren Systemmonitors für GNOME: NPU‑Daten für aktuelle AMD‑Chips und Temperaturablesungen für POWER‑CPUs erweitern die Zielgruppe, UI‑Anpassungen verbessern die Übersichtlichkeit, und die neuen Optionen zur Speicherberechnung geben Administratoren und Power‑Usern mehr Kontrolle über die Anzeige. Wer neugierig ist und eine Testumgebung bereitstellt, findet die aktuelle Beta im GNOME Nightly Flatpak‑Repo.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert