{"id":281,"date":"2026-08-14T08:38:09","date_gmt":"2026-08-14T08:38:09","guid":{"rendered":"https:\/\/linuxfokus.de\/?p=281"},"modified":"2026-08-14T08:38:09","modified_gmt":"2026-08-14T08:38:09","slug":"linux-mint-verlagert-kernel-aufraeumfunktion-in-neue-system-administration-so-funktioniert-das-konzept","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linuxfokus.de\/linux-mint-verlagert-kernel-aufraeumfunktion-in-neue-system-administration-so-funktioniert-das-konzept\/","title":{"rendered":"Linux Mint verlagert Kernel\u2011Aufr\u00e4umfunktion in neue System\u2011Administration \u2013 so funktioniert das Konzept"},"content":{"rendered":"<h2>Lead<\/h2>\n<p>Im Juli\u2011Update des Linux\u2011Mint\u2011Projekts stellt das Team eine neue Strategie zur Kernel\u2011Verwaltung vor: Die Paarung aus Tracking und automatischer S\u00e4uberung wird k\u00fcnftig nicht mehr im Update Manager abgewickelt, sondern \u00fcber eine eigene &#8222;Kernels&#8220;\u2011Seite in der System\u2011Administration. Die Umsetzung gruppiert Kernel nach Serien, erlaubt einmalige Voreinstellungen und entfernt veraltete Builds in einem regelm\u00e4\u00dfigen Durchlauf.<\/p>\n<h2>Was \u00e4ndert sich konkret?<\/h2>\n<p>Bisher konnte die Updateverwaltung bei Mint einzelne Kernel anzeigen und entfernen; diese Funktionalit\u00e4t war aber entfernt worden. Das neue Konzept verlegt die Steuerung in das System\u2011Administrationstool, das sowohl auf Linux Mint als auch auf LMDE identisch arbeitet. Anwender konfigurieren einmalig, welche Kernel\u2011Serien sie verfolgen m\u00f6chten und wie viele Builds pro Serie beibehalten werden sollen.<\/p>\n<p>Die Kernel\u2011Ansicht gruppiert mehrere Kernelversionen nach ihrer Serie. Nach der Erstkonfiguration laufen die weiteren Schritte automatisch: Serien, denen gefolgt wird, werden weiterhin \u00fcber den Update Manager aktualisiert; alles, was die festgelegte Tiefe \u00fcberschreitet, wird bei einem geplanten Durchlauf \u2014 einmal pro Woche \u2014 entfernt.<\/p>\n<p>F\u00fcr kurzfristigen Platzbedarf ist eine manuelle Bereinigung vorgesehen. Zus\u00e4tzlich lassen sich einzelne Kernel als &#8222;Protected&#8220; markieren; diese gesch\u00fctzten Builds werden bei der automatischen S\u00e4uberung nicht gel\u00f6scht, unabh\u00e4ngig von der Serie oder deren Alter.<\/p>\n<p>Der Projektleiter Clement Lefebvre bezeichnete das im Juli\u2011Eintrag als Vorschau auf das, was in der n\u00e4chsten Mint\u2011Version zu erwarten ist. Die Neuerung ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht f\u00fcr alle Nutzer verf\u00fcgbar.<\/p>\n<h2>Technisches Verhalten und Bedienung<\/h2>\n<p>Die neue Seite funktioniert nach zwei Prinzipien: Gruppierung und Limit. Die Gruppierung erleichtert das Verwalten von Kernel\u2011Reihen (etwa 5.x, 6.x oder 7.x), das Limit legt fest, wie viele Builds jeder Serie erhalten bleiben. Diese Konfiguration ist eine einmalige Benutzerauswahl; danach findet die Bereinigung automatisiert statt.<\/p>\n<p>Weil die Entfernung \u00e4lterer Kernel in einem w\u00f6chentlichen Job durchgef\u00fchrt wird, entsteht eine zeitliche Entkopplung zwischen Neuintegration eines Kernels und dessen m\u00f6glicher L\u00f6schung. Gegen\u00fcber sofortiger L\u00f6schung in derselben Update\u2011Transaktion bedeutet das: Ein k\u00fcrzlich installierter Kernel bleibt bis zur n\u00e4chsten w\u00f6chentlichen Pr\u00fcfung erhalten, sofern er nicht manuell entfernt wird.<\/p>\n<h2>Vergleich: Fedora und DNF<\/h2>\n<p>Das Problem, zu viele Kernel auf dem System zu haben, ist nicht neu; Fedora l\u00f6st es bereits seit Jahren innerhalb seines Paketmanagers. DNF nutzt hierf\u00fcr die Einstellung installonly_limit, die standardm\u00e4\u00dfig auf 3 steht. Daraus folgt, dass nur die drei neuesten Kernel\u2011Builds installiert bleiben. Beim Einspielen eines Kernel\u2011Updates entfernt DNF automatisch \u00e4ltere Builds im Rahmen derselben Aktualisierungs\u2011Transaktion.<\/p>\n<p>Der Unterschied zu Mint liegt vor allem im Mechanismus: Fedora bindet die Beschr\u00e4nkung unmittelbar an den Update\u2011Vorgang, Mint f\u00fchrt eine regelm\u00e4\u00dfige S\u00e4uberung separat durch und gibt dem Nutzer schon im Vorfeld mehr direkte Steuerungsm\u00f6glichkeiten pro Kernel\u2011Serie. Beide Ans\u00e4tze erreichen das Ziel, Festplattenplatz zu sparen und nicht mehr ben\u00f6tigte Kernel zu entfernen, jedoch mit unterschiedlicher Nutzer\u2011Interaktion und Timing.<\/p>\n<p>Ein weiterer praktischer Unterschied: Ein Kernel, der au\u00dferhalb des regul\u00e4ren Paketflusses installiert wurde (beispielsweise manuell per dpkg oder von einem Drittanbieterpaket), wird von DNF nicht automatisch in einer sp\u00e4teren Transaktion erkannt und entfernt \u2014 er bleibt bestehen, bis er manuell bereinigt wird. Bei Mints w\u00f6chentlicher Pr\u00fcfung h\u00e4ngt das Verhalten davon ab, ob der Build in eine getrackte Serie f\u00e4llt und ob er gesch\u00fctzt markiert ist.<\/p>\n<h2>Weitere Punkte aus dem Juli\u2011Update<\/h2>\n<p>Neben der Kernel\u2011Umsetzung nannte das Mint\u2011Team weitere \u00c4nderungen: Es gibt neue HWE\u2011ISOs f\u00fcr Linux Mint 22.3, die auf Linux 7.0 basieren. Ebenfalls integriert wurde Unterst\u00fctzung f\u00fcr Fcitx5 in der Desktop\u2011Umgebung Cinnamon; diese funktioniert sowohl unter Wayland als auch unter X11 gleichartig.<\/p>\n<p>Das Update erw\u00e4hnt dar\u00fcber hinaus Verbesserungen wie eine neue Seite f\u00fcr Umgebungsvariablen und mehrere Korrekturen am Panel. Auch die generelle Bereitschaft, Wayland als ausreichend stabil f\u00fcr die n\u00e4chste Mint\u2011Version zu betrachten, wurde im Kontext weiterer Pl\u00e4ne diskutiert.<\/p>\n<h2>Was bedeutet das f\u00fcr Anwender und Admins?<\/h2>\n<p>F\u00fcr normale Nutzer soll die Neuerung vor allem Komfort bringen: Ein einmaliges Einrichten bedeutet weniger manuelle Aufr\u00e4umarbeit und geringeres Risiko, durch einen veralteten Kernel unn\u00f6tig Speicherplatz zu belegen. F\u00fcr Systemadministratoren er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit, f\u00fcr verschiedene Serien unterschiedliche Aufbewahrungsregeln zu definieren \u2014 etwa mehr Builds von LTS\u2011Serien als von kurzlebigen Entwicklungsreihen.<\/p>\n<p>Die Option, einzelne Kernel zu sch\u00fctzen, ist wichtig f\u00fcr Test\u2011 oder Rollback\u2011Szenarien: Wer einen bestimmten Build behalten muss, kann ihn explizit ausnehmen. Die w\u00f6chentliche statt transaktionalen L\u00f6schung kann allerdings in Einzelf\u00e4llen zu einem kurzen Zeitfenster f\u00fchren, in dem mehr Kernel installiert sind als bei einem DNF\u2011\u00e4hnlichen Ansatz.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Linux Mint f\u00fchrt eine eigenst\u00e4ndige, auf Serien basierende Kernel\u2011Bereinigung ein, die dem Nutzer mehr Kontrolle gibt und automatische Aufr\u00e4umarbeit \u00fcbernimmt. Technisch unterscheidet sich der Ansatz von Fedora\u2011DNF, das bereits l\u00e4nger mit einem festen Limit arbeitet und Bereinigung direkt beim Update vornimmt. Beide Modelle haben Vor\u2011 und Nachteile; Mint setzt auf Transparenz und Konfigurierbarkeit, Fedora auf eine einfache, transaktionsgebundene Beschr\u00e4nkung.<\/p>\n<p>Die vorgestellten Features sind derzeit als Ausblick angek\u00fcndigt und sollen mit der n\u00e4chsten Mint\u2011Version ausgeliefert werden. Wer die Neuerungen im Detail erleben m\u00f6chte, sollte das Juli\u2011Blog der Entwickler lesen oder die kommende Version testen, sobald sie verf\u00fcgbar ist.<\/p>\n<aside class=\"lfem-source-box\"><strong>Quelle:<\/strong> <a href=\"https:\/\/feed.itsfoss.com\/link\/24361\/17414686\/linux-mint-kernel-removal-feature\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer external\">It&#039;s FOSS<\/a><br \/><small>LinuxFokus hat den verlinkten Originalartikel als Recherchegrundlage ausgewertet und daraus einen eigenst\u00e4ndigen deutschsprachigen Beitrag erstellt. F\u00fcr vollst\u00e4ndige Prim\u00e4rdetails gilt die Originalquelle.<\/small><\/aside>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Linux Mint k\u00fcndigt eine neue Verwaltung f\u00fcr Kernel an: Statt \u00fcber den Update Manager \u00fcbernimmt k\u00fcnftig ein Bereich in der System\u2011Administration die automatische Bereinigung nach Serien\u2011Regeln. 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