GIMP 3.4: Neues Projektformat, bessere PSD‑Unterstützung und viele UX‑Verbesserungen

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Die nächste Hauptversion von GIMP, Version 3.4, kündigt mehrere substanzielle Änderungen an: ein neues Standard‑Projektdateiformat mit schnellerem Speichern, erweiterte PSD‑Unterstützung, nicht‑destruktive Workflows und diverse Verbesserungen an Oberfläche sowie GEGL‑Filtern. Die Entwickler betonen, dass die klassische XCF‑Datei weiterhin geladen werden kann.

Neues Standardformat: gezipptes XML für Projekte

Als größte Neuerung führt GIMP 3.4 standardmäßig ein neues Projektdateiformat ein. Technisch orientiert sich dieses Format an einem „zipped XML“‑Layout, wie es in vielen anderen Grafik‑ und Dokumentenformaten üblich ist. Vorteile sind unter anderem native Multi‑Page‑ und Animationsfähigkeiten sowie schnellere Speicheroperationen: Statt die gesamte Projektdatei bei jeder Änderung neu zu schreiben, kann GIMP Teile der Datei gezielt aktualisieren.

Wichtig für bestehende Workflows: Die Entwickler haben die Abwärtskompatibilität im Blick. Das klassische XCF‑Format bleibt erhalten und wird weiterhin von GIMP geladen und unterstützt, sodass ältere Projekte nicht verloren gehen.

Nicht‑destruktive Bearbeitung: mehr Kontrolle über Filter und Verläufe

GIMP 3.4 erweitert die nicht‑destruktiven Möglichkeiten deutlich. Zu den genannten Funktionen zählen:

  • Anwenden von Filtern auf Ebenenmasken ohne irreversible Änderungen.
  • Verläufe (Gradient Tool) lassen sich non‑destruktiv verwenden — das heißt, Einstellungen bleiben editierbar und können später angepasst werden.
  • Filter, die normalerweise Dialoge benötigen, sollen sich ohne Dialogfenster nicht‑destruktiv auf nicht‑rasterbasierte Ebenen anwenden lassen.

Diese Erweiterungen richten sich an Anwender, die flexible, wieder editierbare Workflows bevorzugen — etwa bei komplexen Compositing‑Aufgaben oder wenn Entwürfe häufig angepasst werden müssen.

Verbesserte Malwerkzeuge: Spectral Blending in MyPaint Brush

Für digitale Maler interessant ist die angekündigte Spectral‑Blending‑Unterstützung des MyPaint Brush. Diese Funktion simuliert das Vermischen physischer Pigmente digital und eröffnet realistischere Misch‑ und Überlagerungseffekte beim Zeichnen und Malen.

PSD‑Import und ‑Export: moderner und editierbar

Die PSD‑Kompatibilität bekommt mehrere Verbesserungen, die den Austausch mit Photoshop‑Dateien erleichtern sollen:

  • Export von PSD‑Metadaten beim Speichern als TIFF oder JPEG.
  • Import von PSD Descriptoren, was komplexere Photoshop‑Spezifikationen besser lesbar macht.
  • Editierbare Textebenen statt festgerasterter Textobjekte.
  • Import von einfarbigen Formen als Vektor‑Ebenen, statt sie zwangsläufig als gerasterte Flächen anzulegen.
  • Darstellung von Adjustment Layers und modernen Layer Styles als entsprechende GEGL‑Äquivalente in GIMP.

Diese Punkte helfen, Dateien zwischen Photoshop und GIMP ohne große Verluste in Struktur und Editierbarkeit zu übertragen — vor allem bei Layouts, die Text, Formen und Ebeneneffekte nutzen.

Bedienoberfläche und Nutzererlebnis

GIMP 3.4 bringt mehrere visuelle und ergonomische Anpassungen:

  • Anzeige und Ikonographie der Ebenensperren wurden überarbeitet, um klarer erkennbar zu sein.
  • Cursors basieren jetzt auf SVG‑Icons, was in verschiedenen Auflösungen schärfere Darstellungen ermöglicht.
  • Die Suchfunktion für Aktionen erhält eine neue UI‑Darstellung, die schnelleren Zugriff auf Werkzeuge und Befehle bieten soll.
  • Das Muster‑Dock (Pattern Dock) wird in der Darstellung aktualisiert, um die Übersichtlichkeit bei vielen Mustern zu verbessern.
  • Statt des generischen GTK‑Dateidialogs lässt sich künftig der native Dateiauswahldialog des jeweiligen Betriebssystems verwenden.

Solche Änderungen zielen darauf ab, die Integration in verschiedene Desktopsysteme zu verbessern und das tägliche Arbeiten zu beschleunigen.

GEGL, Filter und weitere technische Verbesserungen

Auf der Bildverarbeitungsseite gibt es ebenfalls Ergänzungen:

  • Ein neuer Sharpen‑Filter wird zu GEGL hinzugefügt, was Nutzern zusätzliche Schärf‑Optionen direkt im GEGL‑Framework bietet.
  • Verbesserungen, wie nicht‑destruktive Filter (NDE) auf sogenannte Pass‑through‑Gruppen angewendet werden, sodass Effekte innerhalb spezieller Ebenengruppen konsistenter bleiben.
  • Bessere Unterstützung für Windows‑Iconformate (ICO/CUR/ANI), was Dateiaustausch und Icon‑Erstellung unter Windows vereinfacht.
  • Verbesserungen an der Metadaten‑Bearbeitung sowie am on‑canvas Texteditor, um Workflow‑Lücken beim Arbeiten mit Text und Metainformation zu reduzieren.
  • Allgemeine Verbesserungen zur Kompatibilität mit Drittanbieter‑Skripten.

Entwicklungsstand und Ausblick

Die GIMP‑Entwickler arbeiten bereits am ersten Entwicklungsmeilenstein der 3.4‑Serie: GIMP 3.3.2 soll als Testversion veröffentlicht werden. Nutzer, die Stabilität und Fehlerkorrekturen bevorzugen, werden aufgefordert, wenn nötig auf Version 3.2.4 zu aktualisieren, bis die neue Hauptversion ausgereift ist.

Wie bei Open‑Source‑Projekten üblich, werden manche Funktionen vor der finalen Freigabe noch Feinschliff benötigen; die vorliegenden Ankündigungen geben jedoch einen klaren Eindruck davon, in welche Richtung sich GIMP bewegt: mehr Standardkonformität bei Dateiformaten, erweiterte nicht‑destruktive Werkzeuge und bessere Interoperabilität mit proprietären Formaten wie PSD.

Fazit

GIMP 3.4 stellt mit dem neuen gezippten XML‑Projektformat und den nicht‑destruktiven Erweiterungen einen spürbaren Schritt in Richtung moderner, professioneller Bildbearbeitung dar. Die verbesserten PSD‑Import/Export‑Fähigkeiten sowie die Integration des nativen Dateimenüs und diverse Usability‑Anpassungen machen GIMP zugleich anschlussfähiger für Anwenderinnen und Anwender, die in gemischten Tool‑Umgebungen arbeiten. Für professionelle Nutzer und Digital Artists dürften insbesondere die Spectral‑Blending‑Erweiterung und die GEGL‑Ergänzungen interessant sein.

Interessierte können die kommende Entwicklerversion 3.3.2 ausprobieren, sobald sie verfügbar ist; wer auf Stabilität setzt, behält 3.2.4 als Referenzversion im Blick.

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